Top-Noten sind nicht alles: Worauf wir bei der Allianz im Recruiting wirklich achten

Du möchtest bei der Allianz durchstarten und fragst dich, worauf es im Bewerbungsprozess ankommt? Der Arbeitsmarkt für Studierende und Young Professionals ist anspruchsvoll – auf viele Stellen kommen zahlreiche qualifizierte Bewerber:innen. Gleichzeitig suchen wir bei der Allianz kontinuierlich nach Talenten, die mit ihren Fähigkeiten, ihrer Motivation und ihrer Persönlichkeit zu unseren Teams passen.
Doch was macht eine überzeugende Bewerbung aus? Welche Fehler lassen sich leicht vermeiden? Und worauf kommt es im Vorstellungsgespräch bei der Allianz wirklich an?

Darüber haben wir mit unserer Recruiterin Linda Götting gesprochen. Sie begleitet seit knapp sechs Jahren die Besetzung von Positionen für Studierende, Absolvent:innen und Young Professionals – und gibt dir hier ganz konkrete Einblicke in unsere Recruiting-Praxis.

Über Linda

Linda Götting arbeitet seit knapp sechs Jahren bei der Allianz. Bereits während ihres Masterstudiums der Sozialwissenschaften startete sie als Werkstudentin im Recruiting Center.
Kurz nach Beginn ihrer Promotion zum Thema „Recruiting von Werkstudenten und Praktikanten der Generation Z in deutschen Großkonzernen“ – gefördert durch ein Allianz Promotionsstipendium – wurde sie als Recruiterin übernommen. Heute verbindet sie wissenschaftliche Erkenntnisse über die Generation Z mit den Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag im Recruiting und weiß genau, worauf es bei erfolgreichen Bewerbungen ankommt.

Was erfolgreiche Bewerber:innen auszeichnet

Linda, starten wir mit der wichtigsten Frage: Was unterscheidet sehr gute Bewerber:innen von anderen?

Linda: „Letztlich ist die fachliche Passung zur Stelle ausschlaggebend. Es sollte erkennbar sein, dass deine Qualifikationen und Erfahrungen zur ausgeschriebenen Position passen. Auch ein netter Kontakt vorab kann sich positiv auswirken – zum Beispiel, wenn man sich bereits auf einer unserer Veranstaltungen oder Messen kennengelernt hat. Und natürlich spielen die Bewerbungsunterlagen eine wichtige Rolle: Sie sollten vollständig, strukturiert und ansprechend gestaltet sein.“

Welche Fehler lassen sich im Bewerbungsprozess besonders leicht vermeiden?

Linda: „Zunächst einmal ist es wichtig, dass die Unterlagen vollständig sind. Wenn in der Stellenausschreibung bestimmte Dokumente gefordert werden, müssen auch alle eingereicht werden.

Beim Lebenslauf zählt Übersichtlichkeit. Er deckt idealerweise den gesamten Werdegang ab – nicht beispielsweise nur die vergangenen fünf Jahre.
Außerdem gilt: Die Unterlagen müssen fehlerfrei sein. Ein Klassiker ist, dass im Anschreiben versehentlich noch der falsche Stellentitel oder sogar der Name eines anderen Unternehmens steht.“
Lebenslauf und Bewerbungsunterlagen: Darauf kommt es an

Gab es eine Bewerbung, die dir besonders positiv im Gedächtnis geblieben ist?

Linda: „Ja, manchmal stechen interessante Hobbys positiv hervor. Auch ehrenamtliches Engagement kann eine Bewerbung besonders machen – beispielsweise eine Vorstandstätigkeit in einem Sportverein oder Engagement in einem Kindergarten oder Elternbeirat. Man muss also nicht schon zehn Jahre Berufserfahrung haben, um etwas über sich zu erzählen.

Grundsätzlich hinterlassen gründliche und vollständige Bewerbungsunterlagen immer einen positiven Eindruck. Auch wenn eine Person am Ende nicht genau zum ausgeschriebenen Profil passt, zeigen gute Unterlagen, dass sie sich wirklich mit uns als Arbeitgeber beschäftigt und Interesse an der Position hat.“

Was sollte in einem Lebenslauf unbedingt enthalten sein, obwohl es Bewerber:innen manchmal weglassen?

Linda: „Alle beruflichen Stationen in Festanstellung sollten aufgeführt werden – auch dann, wenn eine Beschäftigung bereits in der Probezeit geendet hat.

Wichtig ist außerdem ein tabellarischer und übersichtlicher CV mit konkreten Aufgabenbeschreibungen. Dabei sollte man auf den Punkt kommen und nicht jede Tätigkeit ausführlich beschreiben.“

Und was kann man sich sparen?

Linda: „Das hängt natürlich von der jeweiligen Position ab. Wenn man sich nicht auf eine Junior- oder Young-Professional-Stelle bewirbt, müssen Praktika, Werkstudententätigkeiten oder sonstige Nebenjobs nicht mehr zwingend aufgeführt werden.

Auch ehrenamtliche Tätigkeiten, die schon länger als fünf Jahre zurückliegen, sind im Lebenslauf in der Regel weniger relevant.“
Wie Studierende auch ohne Berufserfahrung überzeugen können

Was können Studierende tun, wenn sie noch nicht viel Berufserfahrung haben und sich trotzdem von anderen Bewerber:innen abheben möchten?

Linda: „Wenn es zeitlich möglich ist, sind Werkstudententätigkeiten und Praktika eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrung zu sammeln und sich ein Netzwerk aufzubauen. Auch ehrenamtliches Engagement, beispielsweise in studentischen Vereinen, kann sinnvoll sein.

Darüber hinaus können Studierende sich bereits im Studium in fachlich relevanten Bereichen weiterbilden. Ein aktuelles Beispiel ist KI. Software-Skills mit einem Fokus auf künstliche Intelligenz oder Datenanalyse können im Bewerbungsprozess interessant sein. Wer entsprechende Schulungen absolviert oder bereits praktische Cases umgesetzt hat, sollte das im Lebenslauf sichtbar machen.“

Der Arbeitsmarkt ist schwieriger geworden. Was rätst du Bewerber:innen, die nach vielen Absagen an sich zweifeln?

Linda: „Nicht aufgeben. Für jeden gibt es die richtige Stelle – manchmal dauert es nur etwas länger, sie zu finden. Haben die Bewerbungsunterlagen überzeugt und es sind andere passende Stellenausschreibungen verfügbar, kann es bei uns auch vorkommen, dass die Bewerbung – nach Rücksprache mit den Kandidat:innen – an einen anderen Fachbereich weitergegeben wird. Daher lohnt es sich immer, Zeit in gute Bewerbungsunterlagen zu investieren.

Wenn man sich noch nicht intensiv mit Bewerbungsgesprächen beschäftigt hat, kann es außerdem helfen, sich gezielt darauf vorzubereiten. Dazu gibt es online viele Informationsangebote.“
Erfolgreich ins Vorstellungsgespräch

Kommen wir zum Vorstellungsgespräch: Welche Antworten überzeugen dich wirklich?

Linda: „Mich überzeugen Antworten, die zeigen, dass jemand gut strukturiert und vorbereitet ist. Dazu gehört, dass sich die Person mit der Allianz und der konkreten Tätigkeit auseinandergesetzt hat.

Bei Fragen zu Stärken und Schwächen reicht es nicht, einfach Eigenschaften aufzuzählen. Viel überzeugender sind konkrete Beispiele und Situationen aus dem Berufs- oder Studienalltag, die zeigen, wie man eine bestimmte Stärke tatsächlich eingesetzt hat. Und die Antworten sollten fokussiert sein, ohne zu weit auszuholen oder von der eigentlichen Frage abzukommen.“

Braucht es in Zeiten der KI überhaupt noch ein Anschreiben?

Linda: „Wenn es in der Stellenausschreibung ausdrücklich gefordert wird: Ja. Es sollte aber kein 08/15-Anschreiben sein, das auch bei jedem anderen Unternehmen funktionieren könnte. Ich würde zu etwas mehr Eigenkreativität und einer persönlichen Note raten, statt einfach nur ChatGPT arbeiten zu lassen.

Außerdem kann ein Anschreiben genutzt werden, um zusätzliche Informationen wie frühestmöglicher Eintrittstermin, Kündigungsfrist, Gehaltsvorstellungen oder eine gewünschte Teilzeitregelung zu kommunizieren.“
So funktioniert der Bewerbungsprozess bei der Allianz

Ein anderes Thema, das viele Bewerber:innen beschäftigt: Warum ist der technische Recruiting-Prozess manchmal so aufwendig?

Linda: „Der Hintergrund ist unter anderem, dass die Daten – sofern Bewerber:innen der Verarbeitung mittels KI zustimmen – von der KI erfasst, strukturiert und eingeordnet werden können. Das erleichtert die Bewertung durch unsere Recruiter:innen und den Fachbereich. Dabei ist wichtig: Die finale Beurteilung wird bei uns immer von Menschen getroffen, nicht von der KI.

Der Prozess ermöglicht außerdem eine objektivere Vergleichbarkeit, ohne beispielsweise direkt auf einen CV mit Foto oder möglichen Rechtschreibfehlern zu schauen. Darüber hinaus helfen uns unterstützende Fragen dabei, besondere Bedürfnisse oder eine Schwerbehinderung zu berücksichtigen und den Prozess schneller und effizienter zu gestalten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der sichere Umgang mit Daten. Aus Gründen der Datensicherheit und IT-Security nehmen wir keine Initiativbewerbungen mehr an – etwa per E-Mail oder auf anderen informellen Wegen. Stattdessen laufen alle Bewerbungen ausschließlich über unser offizielles Bewerbungsportal. So stellen wir sicher, dass personenbezogene Daten geschützt verarbeitet werden und unseren hohen Sicherheitsstandards entsprechen.“
Zum Abschluss: Die wichtigsten Bewerbungstipps

Was sollten sich Studierende und Young Professionals merken, wenn sie gerade vor ihrer nächsten Bewerbung sitzen?

Linda: „Vor allem: Nicht von der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt entmutigen lassen. Sorgfältige und vollständige Bewerbungsunterlagen sind eine wichtige Grundlage. Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, was man selbst mitbringt – sei es fachliches Know-how, Engagement, besondere Skills oder Erfahrungen aus dem Studium.

Und wenn es einmal nicht klappt: Weitermachen, aus den Erfahrungen lernen und sich auf die nächste Gelegenheit vorbereiten.“

Das Wichtigste auf einen Blick

Gute Bewerbungen bestehen aus mehr als Noten und Abschlüssen.
Für uns bei der Allianz zählen vor allem die fachliche Passung, ein authentischer Auftritt und die Motivation, sich mit der jeweiligen Position auseinanderzusetzen. Wer seine Erfahrungen klar darstellt, vollständige Unterlagen einreicht und sich gut auf Gespräche vorbereitet, schafft eine starke Grundlage für einen erfolgreichen Bewerbungsprozess. 

Wir bedanken uns bei Linda Götting für die Einblicke in ihre Recruiting-Praxis und wünschen allen Bewerber:innen viel Erfolg für ihren nächsten Karriereschritt. 
Autor: Carina Nigl, Referentin Talent Acquisition, Allianz SE | Datum: 16.09.2026

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